Nutzer


Untersuchung der Nutzerakzeptanz

Die Untersuchung der Nutzerakzeptanz untergliedert sich methodisch in eine Einwohner- und eine Fahrgastbefragung. Die Einwohnerbefragung richtet sich an Personen, die im näheren Umfeld der Teststrecke in Wusterhausen/Dosse leben. Dadurch werden zum einen potentielle Nutzer befragt, die sich durch das neue Mobilitätsangebot angesprochen fühlen und es eventuell nutzen werden. Zum anderen werden auch Anwohner adressiert, die durch die unmittelbare Nähe zur Teststrecke direkt vom Einsatz des automatisierten Shuttles betroffen sind und mit diesen bspw. als Fußgänger oder Pkw-Fahrer im Straßenverkehr interagieren.
Die Befragung erfolgt postalisch in einem Vorher-Nachher-Vergleich. Die erste Befragungswelle wird noch vor dem Start des Testbetriebs durchgeführt. Die zweite Befragungswelle startet, sobald der Busse ca. neun Monate im Einsatz war.
Bei der Fahrgastbefragung werden ausschließlich diejenigen Personen adressiert, welche das Shuttle im Zeitraum des Testbetriebs tatsächlich nutzen. Dadurch werden nicht nur Anwohner, sondern auch Interessierte aus umliegenden Gemeinden oder Touristen angesprochen. Hierbei findet die kurze Befragung unmittelbar nach der Fahrt durch einen geschulten Interviewer statt. Ziel ist es, die Eindrücke der erlebten Fahrt und Verbesserungswünsche der Fahrgäste zu erfassen.

Haushalts- und Anwohnerbefragung

An der ersten postalischen Haushaltsbefragung der Technischen Universität Dresden von Januar bis März 2019 beteiligten sich insgesamt 666 Einwohner*innen in Wusterhausen/Dosse und in Lindow (Mark) als „Kontrollgemeinde“. Die Rücklaufquote der verteilten Fragebögen betrug damit in Wusterhausen knapp 20%, in Lindow gut 9%. Die Bewohner*innen wurden zur allgemeinen Meinung bezüglich des geplanten Testbetriebs und zur Nutzungsbereitschaft des automatisierten Busses befragt.

Ergebnisse 1. Befragungswelle

Insgesamt stößt das Projekt auf eine positive Resonanz innerhalb der Bevölkerung. Über 75 % der Befragten betrachten den geplanten Testversuch als sinnvoll, nur etwa jeder Zehnte äußerte dazu eine negative Meinung (siehe Abbildung 1).

Fast 70 % der Teilnehmer können sich vorstellen, den fahrerlosen Bus als Fahrgast zumindest einmalig auszuprobieren, nur knapp 16% lehnen dies ab. Weitere 46% der Befragten können sich eine regelmäßige Nutzung vorstellen, falls automatisierte Busse zukünftig dauerhaft in das ÖPNV-Angebot integriert werden.

Die größte Hoffnung, welche unter den Befragten mit dem Einsatz automatisierter Shuttles im ländlichen Raum verknüpft wird, ist eine Verbesserung der Mobilitätssituation für ältere Menschen. Aber auch eine Reduzierung der Schadstoffemissionen sowie eine allgemeine Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum werden mit dem Einsatz solcher Busse verknüpft (siehe Abbildung 2). Die Sorgen bzgl. der Sicherheit halten sich in Grenzen, lediglich 13% befürchten potentielle Gefahren (für Fahrgäste und andere Verkehrsteilnehmer) durch den Einsatz des fahrerlosen Busses.
Zum Vergrößern bitte klicken | Abbildung 1, Quelle: TU Dresden
Zum Vergrößern bitte klicken | Abbildung 2, Quelle: TU Dresden